Der schönste Tag in Ihrem Leben


Trauung in der Kirche mit Blumenschmuck… sollte Ihre Hochzeit werden. Wie viele andere Frauen auch, so träumte Angela von der Traumhochzeit mit Hochzeitskutsche, wunderschönem Brautkleid, klassischen Ringen, weißen Tauben, niedlichen Blumenkindern, Freudentränen und romantischer Musik. Und natürlich von ihrem Traummann.

Und nun war es soweit. Morgen sollte der große Tag sein. Mit Kribbeln im Bauch legte sich Angela nach langer Zeit mal wieder und nun endgültig zum letzten Mal in ihr altes Jugendbett. Sie wollte sich Morgen früh in aller Ruhe bei ihren Eltern für den besonderen Tag fertig machen. Schließlich sollte Christian sie vorher nicht sehen. Alles sollte eine Überraschung sein. Ihr Brautkleid, ihre Brautfrisur, ihr Make-up. Hoffentlich konnte sie einschlafen.

Eine lange Zeit der Vorbereitungen lag nun hinter Ihnen. Haben Sie auch wirklich an alles gedacht? Hoffentlich bringt die Schneiderin das Kleid auch pünktlich. Und die Friseurin wollte auch schon um 8.00 Uhr da sein. Irgendwann zwischen 1.00 und 2.00 Uhr schlief sie endlich ein. Als der Wecker um 7.00 Uhr klingelte schrak sie auf und sofort war das Kribbeln im Bauch wieder da. Es war ein schönes Kribbeln. Mit einem Lächeln auf den Lippen schaute sie aus dem Fenster. Der Himmel war blau, die Sonne schien. Perfekt! Hoffentlich bleibt es auch so, dachte Angela.

Nach dem Duschen saß sie mit einem Handtuch um die nassen Haare am Frühstückstisch. Kind, du musst was essen, meinte ihre Mutter. Aber mehr als zweimal in ihr Brötchen beißen, konnte sie nicht. Sie war einfach zu aufgeregt. Außerdem sollte jeden Moment die Friseurin kommen. Da schellte es schon. Gott sei Dank. Sie ist pünktlich. Nach fast drei Stunden saß sie vor dem Spiegel und bewunderte ihre Brautfrisur mit den weißen Perlen, die die hochgesteckten Locken verzierten. Auch das Make-up war toll geworden. Und alles wasserfest! Die Schneiderin mit dem Kleid war auch schon da. Es lief alles wie am Schnürchen. Um halb eins wollte Angela mit ihrem Vater zur Kirche fahren.
Ihre Mutter war mit ihrer Tante schon vorgefahren. Angela durfte auf keinen Fall zu früh da sein. Schließlich sollte ihr Christian sie erst in der Kirche sehen. Welchen Anzug er sich ausgesucht hatte, wusste sie allerdings auch nicht. Darauf war sie sehr gespannt.

Nun war sie komplett fertig und wartete darauf, dass ihr Vater den Wagen aus der Garage holte. Wir können fahren, wenn du soweit bist, sagte ihr Vater, noch ehe er die Tür ganz zu ihrem Zimmer auf hatte. Was habe ich nur für eine schöne Tochter, meinte er ganz gerührt. Angela gab ihrem Vater einen Kuss und sie gingen zum Auto. Das Einsteigen war glücklicherweise nicht so kompliziert, da es ein großes Auto war. Trotzdem war sie froh, dass sie saß, ohne dass ihr Schleier verrutscht war. Der Weg zur Kirche kam ihr wie eine Ewigkeit vor. Als sie endlich mit ihrem Vater vor der Kirche stand, waren alle Gäste schon in der Kapelle. Trotz des warmen Wetters zitterte sie leicht. Da kam auch schon der Pfarrer und begrüßte sie beide. Er erklärte ihr noch mal kurz den Ablauf. Der Pfarrer würde der Küsterin ein Zeichen geben. Die Küsterin gab dann der Sängerin ein Zeichen, dass sie beginnen sollte. Und sobald das Lied beginnt, beginnt der Einmarsch in die Kirche. Der Pfarrer vorneweg und Angela mit ihrem Vater dahinter.
Und nun war es soweit. Der Pfarrer gab das Zeichen und schon erklang die Musik. Angela und Christian hatten sich für den Einmarsch aus dem Repertoire der vielseitigen Sängerin das Lied Hallelujah Play ausgesucht. Als Angela und ihr Vater über die Türschwelle traten, erklang die Stimme der Sängerin. Schon schossen Angela Tränen in die Augen. Sie musste blinzeln, um überhaupt etwas zu sehen. Rechts und links sah sie in lächelnde Gesichter. Dann schaute sie nach vorne und sah ihren Christian. Auch er konnte die Tränen kaum zurückhalten. Angela war froh, dass sie sich am Arm ihres Vaters festhalten konnte. Alleine hätte ich den Weg zum Altar nicht geschafft, dachte sie.
Endlich waren sie und ihr Vater bei Christian angekommen. Wie gut er aussah. Ihr Vater reichte ihre Hand an Christian weiter und während sie beide sich tief in die Augen schauten und Christian ihr zuflüsterte, wie wunderschön sie sei, ertönten die letzten Klänge ihres Wunschliedes. Bevor Angela sich setzte, schaute sie noch mal zu ihren Gästen. Sie sah viele, die mit Taschentüchern die Tränen der Rührung von ihren Augen tupften. Auch Angela und Christian brauchten Taschentücher. Die hatten sie aber beide vorsorglich eingesteckt.
Während der Trauungszeremonie versuchte Angela so viel wie möglich von diesem Moment aufzunehmen. Sie war froh, dass sie einen Fotografen engagiert hatten. So konnte sie sicher sein, dass diese schönen Momente für immer im Bild festgehalten waren.

Zum Ja-Wort mussten Angela und Christian aufstehen. Das war noch mal ein Moment, bei dem ihre Herzen besonders stark klopften. Angela schaffte es, genau wie Christian, ihr „Ja, ich will“ laut und deutlich über die Lippen zu bekommen. Nach dem Ringwechsel und dem Segen folgte der Kuss. Und während ihre Lippen sich berührten erklang wieder die Stimme der Sängerin. Sie sang Angelas und Christians absolutes Lieblings-Liebeslied Das Beste Play . Nun musste Angela schon wieder weinen. Aber diesmal war sie irgendwie befreiter. Sie schaute zur Sängerin und lächelte sie unter Tränen glücklich an. Und während sie sang, lächelte die Sängerin zurück. Was für ein wundervoller Moment, dachte Angela. Das werde ich in meinem ganzen Leben nicht vergessen.
Nun folgten noch Lesungen und Fürbitten. Christian hielt währenddessen ihre Hand. Immer wieder musste Angela auf ihre und Christians rechte Hand schauen. Die Ringe sahen so toll aus.

Zum Ende der Trauung forderte der Pfarrer die Gemeinde dazu auf, stehen zu bleiben, um das Auszugslied noch eine Weile zu genießen. Angela und Christian hatten sich zum Auszug das Lied O happy day Play ausgesucht. Es war so schwungvoll und passte zu ihrer Stimmung. Und es war ja auch einfach ein schöner Tag. Als der rhythmische Gospel begann, fingen auch schon die ersten Gäste an zu klatschen. Auch Angela und Christian klatschten und selbst der Pfarrer konnte dem schwungvollen Lied nicht widerstehen. Und so zogen sie mit ihren niedlichen Blumenkindern und ihren Gästen aus der Kirche. Klatschend und lachend. Und voller Glück und Energie. Und wie in Angelas Träumen stand vor der Kirche eine bezaubernde weiße Kutsche und ein älterer Herr mit grauen Haaren wartete schon mit weißen Tauben auf das glückliche Brautpaar.